103 ukrainische Soldaten kehren aus russischer Gefangenschaft zurück. Im Inneren von Russlands Foltersystem

Am 19. August kehrten 103 ukrainische Verteidiger aus russischer Gefangenschaft zurück. Doch Russland hält Asow-Kämpfer zurück und foltert weiterhin systematisch Gefangene – ein System der Gewalt und Informationsisolation.
Am 19. August führten die Ukraine und Russland eine weitere Phase des Gefangenenaustauschs durch. Insgesamt kehrten 103 ukrainische Verteidiger nach Hause zurück, darunter Soldaten der Streitkräfte der Ukraine, der Nationalgarde und des Staatlichen Grenzschutzdienstes. Die meisten verbrachten eine beträchtliche Zeit in russischer Gefangenschaft, einige kehrten mit Verletzungen und ernsthaften Gesundheitsproblemen zurück. Nach ihrer Rückkehr werden sie medizinisch behandelt und rehabilitiert.
Doch die jüngste Freilassung zeigte erneut, wie ungleichmäßig Russland die Vereinbarungen über Austausche umsetzt. Unter den 103 freigelassenen Gefangenen befanden sich keine Verteidiger von Mariupol von der Nationalgarde oder Mitglieder des Asow-Regiments, von denen viele seit 2022 in russischer Gefangenschaft geblieben sind. Einige wurden bereits aus dem Status von Kriegsgefangenen in Russlands Strafjustizsystem überführt, des Terrorismus beschuldigt und zu langen oder lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Der Austausch vom 19. August war Teil der Vereinbarungen, die zwischen der Ukraine und Russland während der Verhandlungen in Istanbul erzielt wurden. Die beiden Seiten einigten sich auf einen groß angelegten Austausch nach der Formel „1.000 für 1.000", woraufhin mehrere Phasen des Prozesses begannen, die ukrainische Soldaten und Zivilisten zurückbrachten. Doch die Vereinbarung schuf keinen Mechanismus, der Russland zwingen könnte, eine vollständige Liste der von ihm festgehaltenen Ukrainer zu veröffentlichen, internationalen Zugang zu jeder Haftanstalt zu gewähren oder zu garantieren, dass diejenigen, die am längsten in Gefangenschaft verbracht haben oder sich in kritischstem Zustand befinden, in den nächsten Austausch einbezogen würden.
Infolgedessen bringt jede neue Phase Hunderte von Menschen nach Hause, während Tausende weitere hinter russischen Gefängnismauern bleiben. Für ihre Familien bedeutet dies anhaltende Unsicherheit, keinen klaren Zeitplan und oft keine zuverlässigen Informationen darüber, wo ihre Angehörigen festgehalten werden – oder ob Russland ihre Inhaftierung überhaupt offiziell anerkennt.
Einer der freigelassenen Soldaten war seit 2017 in Haft
Unter denen, die am 19. August zurückkehrten, war ein ukrainischer Verteidiger, der nach seiner Ankunft zu Hause sagte, er sei seit 2017 in russischer Gefangenschaft. Seine Geschichte ist besonders bedeutsam vor dem Hintergrund der aktuellen Austausche: Für einige Ukrainer wird Gefangenschaft nicht in Monaten seit der groß angelegten Invasion gemessen, sondern in Jahren, die sie im russischen Haftsystem verbracht haben.

Nach seiner Freilassung sprach der Soldat über die Emotionen der Rückkehr nach Hause und des Wiedersehens mit der Ukraine nach Jahren der Abwesenheit. Solche Geschichten sind nicht nur wegen ihres persönlichen Dramas von Bedeutung. Sie zeigen, wie lange russische Gefangenschaft dauern kann und wie wenig Familien über das Leben ihrer Angehörigen in dieser Zeit wissen mögen.
Andere am 19. August freigelassene Soldaten sprachen ebenfalls über Jahre der Isolation, das Leben in Zellen, begrenzte Informationen über die Außenwelt und die ständige Erwartung eines Austauschs. Für viele war die Rückkehr nach Hause ihre erste Erfahrung seit Jahren, angemessene medizinische Versorgung zu erhalten, sich frei zu bewegen und ohne Einschränkungen mit ihren Familien zu sprechen.
Doch hinter jeder dieser Geschichten steht eine andere – die von jemandem, der mit ihnen dieselbe Zelle teilte, aber nicht auf der neuesten Liste der Freigelassenen stand.
Russische Gefangenschaft folgt einem wiederholten Muster
Die Geschichten ehemaliger Gefangener unterscheiden sich im Detail, aber die gegen sie angewandten Methoden sind auffallend ähnlich. Menschen, die in verschiedenen Regionen und zu verschiedenen Zeitpunkten des Krieges gefangen genommen wurden, wurden in verschiedenen Einrichtungen festgehalten und von verschiedenen Vertretern der russischen Sicherheitsstrukturen verhört. Doch unabhängig voneinander beschreiben sie Schläge, Elektroschocks, Erstickung, anhaltenden Schlafentzug, Hunger, erzwungene körperliche Anstrengung und Verweigerung medizinischer Behandlung.
Gewalt beginnt oft unmittelbar nach der Gefangennahme. Ehemalige Gefangene haben die ersten Schläge als eine Art „Begrüßung" beschrieben, die deutlich machen sollte, dass sie völlig die Kontrolle über ihr eigenes Leben verloren hatten. Während Verhören wird körperliche Folter mit Drohungen von Hinrichtung, sexueller Gewalt, Demütigung und Drohungen gegen Familienmitglieder kombiniert.
Solche Aussagen wurden nicht nur von ukrainischen Journalisten und Menschenrechtsorganisationen dokumentiert. Auch UN-Überwachungsstrukturen und internationale Menschenrechtsorganisationen haben Folter an ukrainischen Kriegsgefangenen und Zivilisten in mehreren Haftanstalten festgehalten. Ihre Erkenntnisse umfassen den Einsatz von Elektroschocks, schwere Schläge, Scheinhinrichtungen, sexuelle Gewalt, anhaltende Isolation und Verweigerung medizinischer Versorgung.
Die Wiederholung dieser Praktiken ist einer der bedeutendsten Aspekte der Beweise. Wenn dieselben Methoden gegen Menschen angewendet werden, die sich nie begegnet sind und in verschiedenen Einrichtungen festgehalten wurden, wird es zunehmend schwieriger, sie als Verhalten einzelner Wärter zu erklären. Aussagen ehemaliger Gefangener deuten stattdessen auf ein System hin, in dem Gewalt in den Mechanismus der Inhaftierung selbst eingebettet ist.
Taganrog wurde zum Symbol des Foltersystems
Eine der bekanntesten Haftstätten für Ukrainer ist die Untersuchungshaftanstalt in Taganrog. Ukrainische Journalisten und Menschenrechtsverteidiger haben Aussagen von Menschen gesammelt, die dort zu verschiedenen Zeiten festgehalten wurden, und dabei auffallende Ähnlichkeiten in ihren Erfahrungen festgestellt. Ehemalige Häftlinge beschrieben Schläge bei der Ankunft, Elektroschocks während Verhören, Hunger, Demütigung und Drohungen.
Einige ehemalige Gefangene sagten, sie hätten andere Häftlinge schreien hören, während sie in benachbarten Räumen gefoltert wurden. Dies erzeugte ein permanentes Gefühl der Angst: Selbst wenn jemand nicht verhört wurde, wusste er, dass Gewalt jeden Moment beginnen konnte. Psychischer Druck wurde daher untrennbar mit körperlichem Missbrauch verbunden.
Taganrog ist bedeutsam, weil es keine unterirdische Einrichtung ohne formalen Status ist. Die Haftanstalt ist Teil des russischen Strafvollzugssystems, was bedeutet, dass sich die Frage der Verantwortung weit über einzelne Wärter hinaus erstreckt. Wenn dieselben Foltermethoden systematisch innerhalb einer offiziellen staatlichen Einrichtung angewendet werden, stellen sich unweigerlich Fragen darüber, wer von diesen Praktiken wusste, wer sie autorisierte und warum sie fortgesetzt werden durften.
Viktoriia Roshchyna zeigte, wie zivile Gefangenschaft funktioniert
Der Fall der ukrainischen Journalistin Viktoriia Roshchyna wurde zu einem der bekanntesten Beispiele dafür, dass Russlands Haftsystem nicht nur Militärangehörige, sondern auch Zivilisten ins Visier nimmt. Roshchyna verschwand im August 2023, als sie versuchte, für journalistische Arbeit in das von Russland besetzte Gebiet in der Oblast Saporischschja zu gelangen. Ihre Familie wusste lange Zeit nicht, wo sie war, während die Bestätigung ihrer Inhaftierung durch Russland erst später erfolgte.

Im Oktober 2024 informierte Russland die Ukraine, dass die Journalistin in Haft gestorben sei. Nachdem ihr Leichnam zurückgegeben worden war, berichteten ukrainische Ermittler von Anzeichen eines gewaltsamen Todes und möglichen Beweisen für Folter. Aussagen ehemaliger Häftlinge, die von internationalen Journalisten gesammelt wurden, beschrieben Roshchyna ebenfalls als stark abgemagert und körperlich geschwächt, während sie in der Haftanstalt Taganrog festgehalten wurde.
Ihr Fall offenbarte ein weiteres grundlegendes Problem: gewaltsames Verschwindenlassen. Eine Person kann unter der Kontrolle des russischen Staates stehen, während ihr Aufenthaltsort ihrer Familie monatelang verborgen bleibt. Sie hat möglicherweise keinen sinnvollen Zugang zu einem Anwalt, einem unabhängigen Arzt oder einem internationalen Beobachter, während Angehörige nicht einmal überprüfen können, ob die Person am Leben ist.
Für Asow ist Gefangenschaft zu langfristiger Inhaftierung geworden
Für die Verteidiger von Mariupol hat die Situation eine weitere Dimension. Nachdem sie das Stahlwerk Asowstal verlassen hatten, wurden ukrainische Soldaten im Rahmen von Vereinbarungen, die ihren eventuellen Austausch vorsahen, nach Russland überstellt. Moskau begann jedoch allmählich, einige der Verteidiger aus der Kategorie der Kriegsgefangenen in das russische Strafjustizsystem zu überführen.
Russland bezeichnete Asow als terroristische Organisation und begann anschließend, Prozesse gegen seine Mitglieder durchzuführen. Soldaten, die an der Verteidigung von Mariupol teilgenommen hatten, wurden nach russischem Strafrecht angeklagt und zu langen oder lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Einige wurden in Strafkolonien in abgelegenen Teilen Russlands verlegt.

Die russische Menschenrechtsverteidigerin Olga Romanova, Direktorin der Stiftung „Russland hinter Gittern", hat wiederholt die Bedingungen beschrieben, unter denen Ukrainer im russischen Strafvollzugssystem festgehalten werden. Sie hat gesagt, dass ukrainische Gefangene zwangsweise in Hochsicherheits-Strafkolonien verlegt werden können, wo sie Schlägen und anderen Formen von Missbrauch ausgesetzt sind.
Deshalb kann das Fehlen von Asow-Kämpfern bei der Freilassung vom 19. August nicht nur als weiteres Scheitern eines einzelnen Austauschs betrachtet werden. Für viele von ihnen dauert die Gefangenschaft bereits mehr als vier Jahre an, während einige effektiv in ein System aufgenommen wurden, in dem Russland versucht, ihre Inhaftierung rechtlich zu institutionalisieren, anstatt die Regeln für Kriegsgefangene anzuwenden.
Incommunicado-Haft macht Gefangenschaft fast unsichtbar
Folter ist nur ein Teil des Problems. Ein anderer ist das System der Isolation, das es außerordentlich schwierig macht, Informationen darüber zu erhalten, wo Ukrainer festgehalten werden.
Russland veröffentlicht keine vollständige und transparente Liste ukrainischer Kriegsgefangener in seiner Obhut. Noch komplizierter ist die Situation für Zivilisten. Moskau weigert sich oft, sie als Kriegsgefangene anzuerkennen, und kann Menschen, die in besetzten Gebieten festgenommen wurden, als Verdächtige in Strafverfahren behandeln, ohne ihre Familien über ihren tatsächlichen Aufenthaltsort zu informieren.
Für Familien kann dies Monate oder Jahre der Unsicherheit bedeuten. Eine Person kann von einer Haftanstalt in eine andere verlegt, in eine Strafkolonie in einer anderen Region gebracht oder von einem russischen Gericht verurteilt werden, während Angehörige keine zuverlässigen Informationen erhalten. Manchmal wird ein ehemaliger Gefangener zur ersten Quelle, die bestätigt, dass eine bestimmte Person noch am Leben ist.
Dieses Incommunicado-System ist nicht einfach das Ergebnis von Bürokratie. Das Fehlen von Informationen erschwert internationale Überwachung, rechtliche Vertretung und Verhandlungen über Austausche. Eine Person, deren Inhaftierung Russland sich weigert anzuerkennen, wird effektiv für jeden verfügbaren Schutzmechanismus weniger sichtbar.
Das Rote Kreuz kann nicht alle Gefangenen erreichen
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat das Recht, Kriegsgefangene gemäß den Genfer Konventionen zu besuchen. Doch die Organisation hat keinen vollständigen Zugang zu allen ukrainischen Kriegsgefangenen, die von Russland festgehalten werden. Das IKRK kann mit den russischen Behörden verhandeln und Zugang fordern, aber es hat keine Mittel, Moskau physisch zu zwingen, eine bestimmte Strafkolonie oder Haftanstalt zu öffnen.
Dies ist eine der größten Schwächen des internationalen Systems zum Schutz von Kriegsgefangenen. Das humanitäre Völkerrecht sieht Überwachungsmechanismen vor, aber sie hängen davon ab, dass ein Staat internationalen Vertretern den Zutritt zu seinen Einrichtungen gestattet. Wenn Russland den Zugang verweigert, bleiben internationale Organisationen effektiv vor den Gefängnistoren zurück.
Für Familien sind die Konsequenzen konkret. Ohne Zugang des Roten Kreuzes ist es unmöglich, die Gesundheit eines Gefangenen, die Haftbedingungen oder seine Anwesenheit in einer bestimmten Einrichtung unabhängig zu überprüfen. Deshalb bleibt die Sicherstellung des IKRK-Zugangs zu allen ukrainischen Kriegsgefangenen eine der zentralen Forderungen.
Auch Zivilisten sind einem System der Gewalt ausgesetzt
Aussagen freigelassener ziviler Häftlinge zeigen, dass russische Gefangenschaft nicht auf körperlichen Missbrauch von Militärangehörigen beschränkt ist. Zivilisten haben Elektroschocks, Hunger, Drohungen sexueller Gewalt, erzwungenes Entkleiden während Verhören und Drohungen gegen ihre Kinder beschrieben. Andere haben beschrieben, wie sie gezwungen wurden, die Schreie von Menschen zu hören, die in benachbarten Räumen gefoltert wurden.
Sexuelle Gewalt oder die Androhung davon wird zu einem separaten Instrument der Kontrolle. Ihr Zweck ist nicht nur, körperlichen Schaden zuzufügen, sondern auch langfristige psychologische Angst zu erzeugen, die Häftlinge dazu zwingt, den Forderungen der Vernehmer nachzukommen.
Für Zivilisten wird das Problem durch das Fehlen eines klaren rechtlichen Status verschärft. Ein Kriegsgefangener ist durch die Genfer Konventionen geschützt, während ein Zivilist, der in besetztem Gebiet festgehalten wird, jahrelang in einer rechtlichen Grauzone bleiben kann. Russland kann sich weigern, die Person als Geisel anzuerkennen, während es gleichzeitig transparente Informationen über ihren Aufenthaltsort und ihre Bedingungen zurückhält.
Die Folgen der Gefangenschaft halten nach der Freilassung an
Nach Hause zurückzukehren bedeutet nicht, dass die Folgen der Gefangenschaft sofort verschwinden. Ehemalige Kriegsgefangene kehren oft zurück und leiden unter anhaltendem Hunger, unbehandelten Verletzungen, Schlägen und psychischem Missbrauch. Einige haben Probleme mit Schlaf, Gehör, Gedächtnis und Nervensystem, während die Genesung Jahre dauern kann.
Aber einer der schwierigsten Aspekte der Rehabilitation ist das Wissen, dass andere zurückgelassen wurden. Eine Person verlässt eine Strafkolonie, trifft ihre Familie und erhält medizinische Versorgung, nur um festzustellen, dass der Mithäftling, der monatelang oder jahrelang mit ihr eine Zelle geteilt hat, immer noch in Russland ist.
Deshalb ist das Zeugnis freigelassener Gefangener weit über ihre persönlichen Geschichten hinaus von Bedeutung. Es kann Informationen über diejenigen liefern, die zurückbleiben, über die Orte, an denen Gefangene festgehalten werden, über Transferrouten und über die gegen sie angewandten Methoden. Für Menschenrechtsermittler kann jedes Zeugnis Teil eines breiteren Beweismaterials für künftige Strafverfolgungen werden.
Der Austausch beendet nicht die Frage der Rechenschaftspflicht
Jeder Austausch schafft auch eine neue Beweisquelle darüber, wie Russlands Haftsystem funktioniert. Diejenigen, die zurückkehren, bringen nicht nur persönliche Geschichten mit, sondern auch Informationen über Haftorte, Transferrouten, die Struktur des russischen Strafvollzugssystems und die Personen, die an Verhören und Folter beteiligt waren. Solche Aussagen können Teil künftiger Strafverfahren werden, wenn sie ordnungsgemäß dokumentiert und mit anderen Beweisen abgeglichen werden.
Hier bewegt sich die Frage der Gefangenschaft über Verhandlungen über den nächsten Austausch hinaus. Wenn dieselbe Person Jahre in Isolation verbringen, von einer Untersuchungshaftanstalt in eine Strafkolonie verlegt werden, ein russisches Urteil erhalten und für internationale Beobachter unzugänglich bleiben kann, geht es nicht mehr nur darum, wann diese Person freigelassen wird. Es geht um ein System, das es einem Staat erlaubt, das Schicksal von Menschen zu verbergen, Informationen über sie zu kontrollieren und unabhängige Aufsicht effektiv zu verhindern.

Für die Ukraine bedeutet dies, jedes Zeugnis freigelassener Gefangener als Teil eines breiteren Beweisregisters zu bewahren. Für internationale Institutionen bedeutet es, nicht nur Gefangenenaustausche zu verfolgen, sondern auch Zugang zu Haftanstalten, vollständige Listen von Gefangenen und zivilen Häftlingen sowie unabhängige Überprüfung ihres Zustands. Und für Russland wird die Frage der Verantwortung zunehmend schwerer als eine Sammlung „isolierter Vorfälle" abzutun: Je mehr Menschen zurückkehren und dieselben Praktiken beschreiben, desto schwieriger wird es, sie als Handlungen einzelner Wärter darzustellen.
Russlands System der Gefangenschaft beruht nicht nur auf physischer Gewalt. Seine andere wesentliche Komponente ist Informationsisolation – unvollständige Listen, geschlossene Prozesse, nicht offengelegte Haftorte und eingeschränkter Zugang für internationale Organisationen. Diese Undurchsichtigkeit ermöglicht es, dass Missbrauch jahrelang andauert. Gefangene nach Hause zu bringen, muss daher nur ein Teil der größeren Aufgabe bleiben: festzustellen, wo jede Person festgehalten wird, internationalen Schutz für sie zu sichern und sicherzustellen, dass diejenigen, die das System der Folter organisiert und ermöglicht haben, nicht unidentifiziert bleiben können.
Quellen: TSN, Verteidigungsministerium der Ukraine, New Voice (NV), Texty.org.ua, Rubryka, Kharkiv Human Rights Protection Group (KHPG), Freedom, Current Time, Radio Free Europe/Radio Liberty
