Spanische Enklave Ceuta bleibt überfordert, während die EU über eine Grenzreaktion berät

Spanische Enklave Ceuta bleibt überfordert, während die EU über eine Grenzreaktion berät
Foto: HRT Vijesti

Tausende Migranten harren in provisorischen Lagern in Ceuta aus, während die EU über eine gemeinsame Grenzreaktion berät. Spanien und Marokko streiten über die Opferzahlen.

Tausende Migranten bleiben in provisorischen Strandlagern in der spanischen nordafrikanischen Enklave Ceuta, nachdem es letzte Woche zu einem Grenzansturm kam, während die Sicherheitskräfte etwa 95 Prozent der Neuankömmlinge zurückgewiesen haben.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, wandte sich in einem Brief an den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und befürwortete eine "gemeinsame europäische Antwort", um die gefährdeten Außengrenzen durch verstärkte Überwachung zu sichern.

Unterdessen führten die marokkanischen Behörden die Grenzwelle auf irreführende Informationen in den sozialen Medien zurück, die fälschlicherweise offene Grenzen behaupteten. Die Meinungen über die Opferzahlen gehen weiterhin auseinander: Spanische Beamte berichten von mindestens 88 Todesfällen durch Ertrinken und Gedränge, während marokkanische Vertreter behaupten, die Zahl sei deutlich niedriger.

Quellen: Avaz, HRT Vijesti, Index, Klix, Poslovni dnevnik

Wie Medien es bewerteten

    • Klix Skeptisch Betont marokkanische Behauptungen, dass Fehlinformationen den Grenzansturm ausgelöst haben und die offiziellen Opferzahlen niedriger sind als die spanischen Schätzungen.
    • Danas Alarmiert Konzentriert sich auf die lokalen Behörden von Ceuta, die einen sofortigen Notstand und militärisches Eingreifen aus Madrid fordern.
    • Poslovni dnevnik Neutral Hebt den Vorschlag der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, für eine koordinierte EU-Antwort zur Stärkung der Außengrenzen hervor.
    • Klix Skeptisch Hob marokkanische Behauptungen hervor, dass Online-Fehlinformationen den Ansturm ausgelöst hätten, und stellte Spaniens höhere Opferzahlen in Frage.
    • Vijesti Neutral Konzentrierte sich auf Italiens Vorschlag, EU-finanzierte externe Bearbeitungs- und Rückführungszentren einzurichten.
    • Poslovni dnevnik Neutral Betonte die Forderungen der Europäischen Kommission, die Grenzen des Blocks durch verstärkte Überwachung zu sichern.
    • Klix Zustimmend Hob hervor, dass sich die Minister der Europäischen Union hinter Spanien stellten und dessen Krisenmanagement nach anfänglichen internationalen Spannungen lobten.
    • HRT Vijesti Kritisch Betonte die steigenden Todeszahlen, die anhaltenden Grenzlager und den politischen Druck, dem sich der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez gegenübersieht.
    • Danas Kritisch Hob hervor, dass europäische Politiker Spaniens liberale Einwanderungspolitik für die Migrationskrise in Ceuta verantwortlich machten.
    • N1 Neutral Betonte die Einheit der Europäischen Union, die Stärkung von Frontex und koordinierte Maßnahmen gegen Schleusernetzwerke.
    • Danas Kritisch Hob hervor, wie die europäischen Spitzenpolitiker zunächst Spaniens progressive Regierung zum Sündenbock machten, anstatt eine einheitliche Reaktion des Blocks zu koordinieren.
    • Klix Neutral Betonte die deutliche politische Kehrtwende der EU-Führung, die zunächst Madrid öffentlich die Schuld gab und nun volle diplomatische und grenzpolitische Unterstützung anbietet.

Quellen

Frühere Berichterstattung

Teilen