Frankreichs Verfassungsrat ebnet Weg für Sterbehilfegesetz und blockiert Social-Media-Verbot für Jugendliche

Frankreichs Verfassungsrat ebnet Weg für Sterbehilfegesetz und blockiert Social-Media-Verbot für Jugendliche
Foto: Le Figaro

Frankreichs Verfassungsrat billigt ein Recht auf Sterbehilfe und verwirft zugleich das Kernstück eines Gesetzes zum Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige.

Der französische Verfassungsrat hat ein wegweisendes Gesetz gebilligt, das ein gesetzliches Recht auf Sterbehilfe begründet, und damit den Weg für dessen offizielle Verkündung geebnet. In seiner Entscheidung verband das Gericht drei Auslegungsvorbehalte mit dem Gesetz, darunter eine Gewissensklausel, die es privaten und religiösen Gesundheitseinrichtungen erlaubt, sich an Maßnahmen am Lebensende nicht zu beteiligen. Das Gericht erklärte, es werde bei großen gesellschaftlichen Reformen sein Urteil nicht an die Stelle des Parlaments setzen.

Gleichzeitig verwarf der Rat den Kernbestandteil eines Gesetzes zur digitalen Regulierung, das Kindern unter 15 Jahren die Nutzung sozialer Medien verbieten sollte, und stellte fest, dass ein allgemeines Verbot die persönlichen Freiheiten übermäßig einschränke. Präsident Emmanuel Macron begrüßte die Bestätigung der Reform am Lebensende und erklärte, sie "parachève un débat démocratique exemplaire".

Quellen: La Tribune, Le Figaro, Le Monde, Libération, Politico Europe (Defense)

Wie Medien es bewerteten

  • 11. Sept. 2026, 22:00 UTC
    • Politico Europe (Defense) Kritisch Betonte die Ablehnung des Social-Media-Verbots für Jugendliche durch das Gericht als Annullierung einer zentralen politischen Initiative des Präsidenten.
    • Le Figaro Zustimmend Hob die Unterstützung des Urteils durch Präsident Macron als erfolgreichen Abschluss einer beispielhaften demokratischen Debatte hervor.
    • Le Monde Vorsichtig Betonte, dass katholische und private Gesundheitseinrichtungen eine ausdrückliche Gewissensklausel erhalten haben, um die Durchführung von Sterbehilfe zu verweigern.
    • Politico Europe (Defense) Kritisch Hob die Ablehnung des Social-Media-Verbots für Jugendliche durch das Gericht als schweren Rückschlag für die digitale Agenda von Präsident Macron hervor.
    • Politico Europe (Defense) Skeptisch Betonte die Entscheidung des Rates als schwere politische Niederlage für Präsident Macron, da sein wichtigster Punkt der digitalen Regulierung für nichtig erklärt wurde.
    • Le Monde Neutral Konzentrierte sich stark auf das rechtliche Ergebnis für katholische Gesundheitseinrichtungen, die unter dem neuen Rahmen Schutz durch die Gewissensklausel erhalten.

Quellen

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