Bosnische Polizei lädt 26 Mitarbeiter des Srebrenica-Gedenkzentrums zur Befragung vor

Die Polizei in der Republika Srpska hat 26 Mitarbeiter des Srebrenica-Gedenkzentrums zur Befragung vorgeladen. Vizepräsident Ćamil Duraković spricht von Schikane.
Die Polizei in der Republika Srpska hat 26 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des Srebrenica-Gedenkzentrums zur Befragung vorgeladen. Das teilte der Direktor des Zentrums, Emir Suljagić, mit. Die Vorladungen, die im Namen der Staatsanwaltschaft Bijeljina ergangen sind, zielen darauf ab, Informationen über ihre frühere und derzeitige Tätigkeit für die Einrichtung zu sammeln.
Dieser Schritt erfolgte einen Tag, nachdem das Gedenkzentrum seinen Jahresbericht über die Leugnung des Völkermords veröffentlicht hatte. Die Behörden beriefen sich auf einen Beschluss der Staatsanwaltschaft aus dem Vorjahr als Rechtsgrundlage für die Ermittlungen.
Die Aktion stieß umgehend auf politische Kritik. Ćamil Duraković, Vizepräsident der Republika Srpska, verurteilte die Vorladungen und bezeichnete die polizeiliche Befragung als Schikane gegenüber Bosniaken. Zudem warnte er die regionalen Behörden davor, Personen ins Visier zu nehmen, die mit dem Gedenkzentrum in Verbindung stehen.
Quelle: Avaz