„Es ist unmöglich zu verstehen“: Estland fordert EU-Finanzierungsverbot für das IOC wegen Russland-Entscheidung
Estland fordert ein EU-Finanzierungsverbot für das IOC, nachdem dieses die Suspendierung des russischen Olympischen Komitees aufgehoben hat. Kulturministerin Purga nennt die Entscheidung unverständlich.

"In the current security situation, it is impossible to understand decisions which seek to bring aggressor states back into international sport as if nothing had happened," sagte Kulturministerin Heidy Purga.

"At a time when the war in Ukraine is going on and people are suffering, we cannot allow sport to be used to normalize this situation. Sport is not values-neutral – it always carries a message. Europe must be clear and united on this. Our support must not reach organizations whose decisions conflict with our values, and our responsibility toward Ukraine," fuhr Purga in einer Pressemitteilung fort.
Die Erklärung ist eine Initiative Estlands und wurde von anderen Nationen unterstützt. Sie soll Glenn Micallef, dem EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport, vorgelegt werden.
Die Erklärung fordert, dass das IOC und mehrere andere Sportorganisationen, darunter der Internationale Fechtverband (FIE) und World Aquatics, der internationale Dachverband von sechs großen Schwimm- und Wassersportarten, von EU-Finanzierungsprogrammen ausgeschlossen werden.
Der Vorschlag sieht auch vor, ernsthaft zu prüfen, ob die Beteiligung dieser Organisationen an künftigen Diskussionen und Veranstaltungen zur Entwicklung des Sports eingeschränkt werden soll.
Das Estnische Olympische Komitee (EOK) erklärte, der Schritt widerspreche den grundlegenden Werten der olympischen Bewegung.
Es betonte auch, dass Russland und Belarus ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine fortsetzen, Zivilisten angreifen und die ukrainische Infrastruktur zerstören.
"Every concession sends the message that aggression can eventually become acceptable," sagte der EOK-Präsident Erich Teigamägi.
Außenminister Margus Tsahkna nannte die Entscheidung „beschämend und unverantwortlich".
"Russia's aggression has had devastating consequences for Ukrainian sport, and under such circumstances it is impossible to speak of fair competition or genuine adherence to the principles of the Olympic Charter. " fuhr er fort.
Weg zu den Olympischen Spielen
Am Dienstag gab das IOC bekannt, dass es die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig aufhebt, die nach der groß angelegten Invasion Russlands in der Ukraine verhängt worden war und seit 2023 in Kraft war.
Der Schritt ebnet den Weg für die Teilnahme des russischen Teams an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles.
Russland ist seit 2016 wegen staatlich geförderter Dopingvergehen von der Teilnahme an Olympischen Spielen unter eigener Flagge ausgeschlossen.
Das Internationale Olympische Komitee erklärte, dass das ROC keine regionalen Sportorganisationen in Gebieten, die unter die Zuständigkeit des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der Ukraine fallen, mehr als Mitglieder führt.

Darüber hinaus bestätigte das ROC, dass es keine Aktivitäten in diesen Gebieten durchführt und auch nicht durchführen wird.
Das IOC versprach, die Situation in Bezug auf etwaige Aktivitäten des ROC in von Russland besetzten Gebieten weiterhin genau zu beobachten, und behält sich das Recht vor, bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen.
Das IOC wird keine Veranstaltungen in Russland organisieren oder russische Regierungs- oder Staatsbeamte zu seinen Veranstaltungen einladen.
Entscheidungen in Bezug auf die Verwendung der russischen Flagge, Hymne, Farben oder anderer Kennzeichnungen bei den Olympischen Spielen werden zu gegebener Zeit getroffen.
Das IOC bekundet weiterhin seine Solidarität mit der olympischen Gemeinschaft der Ukraine.
Als Reaktion darauf gab das Nationale Olympische Komitee der Ukraine eine Erklärung ab, in der es seine starke Ablehnung des Beschlusses des IOC-Exekutivrats zum Ausdruck brachte. Das ukrainische NOK bezeichnete die Entscheidung als verfrüht, ungerechtfertigt und ohne gebührende Berücksichtigung der objektiven Umstände getroffen, die sich nicht geändert hätten.
Quellen: ERR, IOC, Ukrainian News
